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KryptografieSoftware· 1991

PGP

Starke Verschlüsselung für alle — als Akt des zivilen Ungehorsams in die Welt entlassen.

2 Min. Lesezeit236 Wörter

Das Objekt

PGP — Pretty Good Privacy — ist ein Verschlüsselungsprogramm, von Phil Zimmermann geschrieben und im Juni 1991 veröffentlicht. Es legte Public-Key-Kryptografie in Militärqualität, zuvor die Domäne von Regierungen und Banken, in die Hände jedes Einzelnen mit einem Computer.

Ein Verbrechen, es zu veröffentlichen

Damals war starke Kryptografie in den USA rechtlich als Munition eingestuft; ihr Export konnte wie Waffenhandel verfolgt werden. PGP verbreitete sich dennoch im globalen Internet, und Zimmermann wurde zum Ziel einer dreijährigen bundesstaatlichen Strafermittlung. Als Antwort veröffentlichte MIT Press den gesamten Quellcode als Buch — Rede, nicht Software, und damit geschützt. Das Verfahren wurde schließlich eingestellt, und die „Crypto Wars“ kippten.

Warum es zählt

PGP deutete Verschlüsselung als Bürgerrecht statt als staatliches Privileg. Es rüstete Journalisten, Dissidenten und gewöhnliche Menschen mit der Fähigkeit aus, ohne Erlaubnis zu kommunizieren. Die Frage des Phreakers — wer darf dieses System nutzen? — wurde hier mathematisch beantwortet: jeder, standardmäßig.

Es erweiterte auch die Einsicht des Copyleft. Zimmermann schrieb nicht nur ein Werkzeug; er konstruierte ein juristisches und politisches Ereignis und verteilte es in einer Form, die das Gesetz nicht leicht stoppen konnte.

Die Lehre, die es freisetzte

Kryptografie ist Politik, ausgedrückt als Mathematik. Eine Chiffre, die jeder ausführen kann, verschiebt das Machtgleichgewicht zwischen Individuen und Institutionen, und keine Regulierung kann eine Zahl vollständig „entpublizieren“. PGP machte Privatsphäre zu etwas, das man tun konnte, nicht bloß zu etwas, das einem gewährt wurde.

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