Nur ein Hobby — die Linux-Ankündigung
Ein bescheidener Usenet-Beitrag eines finnischen Studenten, der zum Kernel wurde, der den Großteil der Welt betreibt.
Das Objekt
Am 25. August 1991 schrieb Linus Torvalds in der Newsgroup comp.os.minix: „Ich mache ein (freies) Betriebssystem (nur ein Hobby, wird nicht groß und professionell wie gnu).“ Diese Nachricht und der Kernel, den er Wochen später veröffentlichte, sind das Artefakt. Ihre Untertreibung ist heute eine der großen Ironien der Informatik.
Das fehlende Stück
Das GNU-Projekt hatte Jahre damit verbracht, die Komponenten eines freien Betriebssystems zu bauen, doch es fehlte ein fertiger Kernel. Torvalds' Hobby lieferte genau das. Verbunden mit GNUs Werkzeugen und unter der GPL lizenziert, vervollständigte Linux das System, das Stallmans Manifest gefordert hatte — zusammengesetzt nicht von einer Firma, sondern von Tausenden Fremden über das Netz.
Warum es zählt
Linux ist der Beweis, dass das Spacewar!-Modell skaliert. Offen, kollaborativ, von jedem verbessert, der es berührte — dieselbe Ethik, die nun Rechenzentren, Telefone und die Mehrheit der Internetserver betreibt. Es zeigte auch Copyleft im planetaren Maßstab: eine Lizenz, als Infrastruktur behandelt, die ein globales Gemeingut zusammenhält.
Die Lehre, die es freisetzte
Die folgenreichste Software kann mit einem Vorbehalt beginnen. „Nur ein Hobby“ war keine falsche Bescheidenheit; es war der ganze Punkt — Neugier, offen verfolgt, unter einer Lizenz, die jeden darauf aufbauen ließ, sich zu etwas summierend, das keine einzelne Firma hätte planen können.
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