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Freies WissenManifest· 2008

Das Guerilla-Open-Access-Manifest

Ein kurzer, zorniger Aufruf, das weggeschlossene Wissen der Welt zu befreien, und das Leben, das für dieses Argument hingegeben wurde.

2 Min. Lesezeit299 Wörter
Portrait of Aaron Swartz, programmer and open-access activist
Bild: Fred Benenson · CC BY 2.0

Das Objekt

Das Guerilla-Open-Access-Manifest ist eine einzige Seite, geschrieben von Aaron Swartz in Eremo, Italien, im Juli 2008. Sein Argument ist einfach und schonungslos: Das wissenschaftliche und kulturelle Erbe der Menschheit, vieles davon mit öffentlichem Geld erzeugt, wurde hinter den Bezahlschranken einer Handvoll Verlage eingehegt, und jene, die Zugang dazu haben, haben die moralische Pflicht, es zu teilen. „Information ist Macht“, beginnt es. „Aber wie bei jeder Macht gibt es jene, die sie für sich behalten wollen.“

Eine Pflicht, kein Verbrechen

Das Manifest deutet das Kopieren zum Gewissen um. Bezahlpflichtige Forschung herunterzuladen und weiterzugeben, schrieb Swartz, ist keine Piraterie, sondern eine Form des zivilen Ungehorsams gegen eine ungerechte Einhegung. „Wir müssen Information nehmen, wo immer sie gespeichert ist, unsere Kopien anfertigen und sie mit der Welt teilen.“ Er lebte das Argument: ein produktiver Erbauer offener Werkzeuge, von RSS bis zur Architektur von Creative Commons, der glaubte, dass der Zugang zu Wissen eine Voraussetzung einer freien Gesellschaft sei.

Warum es zählt

2011 wurde Swartz verhaftet, weil er Millionen wissenschaftlicher Artikel von JSTOR über das Netz des MIT heruntergeladen hatte. Angesichts von Bundesanklagen, die Jahrzehnte Haft androhten, nahm er sich im Januar 2013 mit sechsundzwanzig Jahren das Leben. Sein Tod verwandelte ein stilles Manifest in einen Schlachtruf und erzwang eine öffentliche Abrechnung damit, wie das Recht den offenen Austausch von Wissen bestraft, und damit, was das System des wissenschaftlichen Publizierens jene kostet, die es aussperrt.

Die Lehre, die es freisetzte

Die älteste Behauptung der Hackerethik, dass Information frei sein will, prallt am härtesten mit der Welt zusammen, wenn die Information die eigene Gelehrsamkeit der Menschheit ist. Swartz zog die moderne Frontlinie dieses Kampfes und zahlte den höchsten Preis auf ihr. Die Open-Access-Bewegung, die er mit anstoßen half, ist sein Denkmal, und sein Manifest bleibt ihre schärfste Formulierung.

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